Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Durchstarten mit Power

30.09.15 / 13:29

Vier junge Menschen packen Süßigkeiten in Kartons. Sie befinden sich in einem Lager. Alle strahlen.

Unkomplizierter Zugang zu Arbeit? Die Startbahn – ein Projekt der Caritas - macht´s möglich.
„Nach dem Poly habe ich keinen Job bekommen. Eigentlich möchte ich etwas im KfZ-Bereich machen, aber das ist gar nicht so einfach möglich.“ Kevin arbeitet in der Startbahn in Feldkirch. Seine Kollegen nicken. Sie kennen die Situation: Job geschmissen, Lehre abgebrochen – die Suche nach einer neuen Arbeit gestaltet sich dann oftmals schwierig. Die Startbahn war für sie das richtige Angebot zur richtigen Zeit: „Meist geht es hier sehr chillig zu. Wenn man Geld braucht, kommt man hierher. Jeden Freitag ist Zahltag, je mehr man arbeitet, desto mehr Lohn gibt´s, das hat man selbst in der Hand“, erzählt Daniel. „Das motiviert.“


Sofort arbeiten – sofort Geld verdienen
Momentan haben die Jugendlichen in der Startbahn gleich mehrere Großaufträge zu erledigen: Unter anderem werden Tee-Adventkalender zusammengestellt, Pralinen-Boxen gefaltet, auch der Versand eines Süßwarenherstellers läuft über die Startbahn. Besonders gut kommen bei den Jugendlichen auch Sonderaufträge, wie das Upcycling-Projekt oder auch Metall-Arbeiten, an.

Der 18-jährige Yousuf ist gerne Teil des Startbahn-Teams: "Ich bin sehr froh, dass ich hier arbeiten kann." Ganz nebenbei kann der gebürtige Somalier auch seien Deutschkenntnisse verbessern. Für seine berufliche Zukunft hat er klare Ziele: Am liebsten möchte er als Mechaniker arbeiten, er hofft, dass sein Traum in Erfüllung geht.

Auch Selina kommt regelmäßig in die Startbahn. Für eine Lehrausbildung fehlt ihr der Hauptschulabschluss, aber den möchte sie im kommenden Herbst nachholen.


Die Gründe, warum Jugendliche in die „Startbahn“ kommen, sind vielfältig, wie Standortleiter Robert Allgäuer beschreibt: „Das kann eine längere Arbeitslosigkeit sein, ein Schulabbruch oder einfach die fehlende Orientierung der Jugendlichen.“ Selbstvertrauen und Sicherheit zu geben, das ist eine der Prioritäten in der „Startbahn“, zudem wird durch begleitende Sozialarbeit versucht, die Stärken und Talente der jungen Mädchen und Burschen zu erarbeiten.

„Mir ist es sehr wichtig, dass den jungen Menschen Werte vermittelt werden, die von Arbeitgebern auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgefragt werden“, erläutert Robert Allgäuer und nennt Zuverlässigkeit sowie das soziale Verhalten in der Gruppe als Beispiele.

 

Das Team der „Startbahn“ unterstützt Jugendliche auf allen Ebenen, damit diese persönliche und berufliche Perspektiven finden.
„Wir machen sie fit für den Arbeitsalltag.“
Hilfreich sind für die Startbahn anspruchsvolle Aufträge aus der Wirtschaft. „Wir stehen natürlich ständig im Spannungsfeld, einerseits den Termindruck der Unternehmen halten zu können und gleichzeitig höchste Qualität zu fairen Preisen zu bieten – dies erfolgt immer  in Abstimmung mit den Fähigkeiten und Ressourcen unserer Jugendlichen. Wir wollen sie fördern, nicht überfordern.“


Info-Tage für interessierte Eltern

Knapp 200 Jugendliche wurden im vergangenen Jahr in den niederschwelligen Arbeitsprojekten in Feldkirch und Bludenz betreut und qualifiziert. Sehr erfreulich vor allem auch aus Sicht des Projekt-Fördergebers Land Vorarlberg: Fast jeder zweite Jugendliche hat in Folge einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz gefunden.

Interessierte Eltern und Jugendliche sind herzlich eingeladen, bei einem der beiden Info-Nachmittage

  • am 6. Oktober in Feldkirch-Gisingen (Rüttenenstraße 2) oder
  • am 13. Oktober in Bludenz (Klarenbrunnstraße 15),
  • jeweils zwischen 16 und 18 Uhr,

zu einem unverbindlichen Kennenlernen und Gespräch vorbeizuschauen.

 

 

  • "Mir gefällt es in der Startbahn sehr gut. Die Projekte sind unterschiedlich und meist abwechslungsreich."

    "Mir gefällt es in der Startbahn sehr gut. Die Projekte sind unterschiedlich und meist abwechslungsreich."

  • "An der Startbahn gefällt mir vor allem die Vielfältigkeit. Man hat nicht jeden Tag die gleiche Arbeit. Auch mit unserem Arbeitsanleiter komme ich sehr gut klar."

    "An der Startbahn gefällt mir vor allem die Vielfältigkeit. Man hat nicht jeden Tag die gleiche Arbeit. Auch mit unserem Arbeitsanleiter komme ich sehr gut klar."

  • Jobcoaching hilft Jugendlichen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

    Jobcoaching hilft Jugendlichen, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

  • "Die Startbahn ist gut für junge Leute. Ich habe dadurch einen geregelten Alltag solange ich noch keinen Arbeitsplatz habe."

    "Die Startbahn ist gut für junge Leute. Ich habe dadurch einen geregelten Alltag solange ich noch keinen Arbeitsplatz habe."

  • "Ich finde die Startbahn cool. Man lernt fortlaufend neue Menschen kennen und arbeitet an unterschiedlichsten Sachen."

    "Ich finde die Startbahn cool. Man lernt fortlaufend neue Menschen kennen und arbeitet an unterschiedlichsten Sachen."

  • Robert Allgäuer, Standortleiter

    Robert Allgäuer, Standortleiter

  • "Ich fühle mich sehr wohl in der Startbahn und bin froh, dass ich hier Arbeit gefunden und nette Menschen kennengelernt habe."

    "Ich fühle mich sehr wohl in der Startbahn und bin froh, dass ich hier Arbeit gefunden und nette Menschen kennengelernt habe."

  • Eine junge Dame steht vor einem Holzhintergrund für ein Portraitfoto. Sie trägt ein blaues Halstuch und ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen.
  • Ein junger Mann steht vor einem Holzhintergrund. Er lächelt in die Kamera und trägt ein weißes T-shirt mit einer blauen Kaputzenjacke darüber.
  • Eine Frau und ein Mann stehen vor einer weißen Tafel. Der Mann hält einen Stift zu einer Spalte. Beide schauen über die Schulter in die Kamera.
  • Ein junger Mann steht vor einem Holzhintergrund. Er hat blonde Haare und trägt einen hellgrauen Pullover.
  • Eine junge Frau steht vor einem Holzhintergrund. Sie hat dunkle Haare und trägt eine Brille. Auf ihrem schwarzen Pullover ist ein Affe zu sehen.
  • Ein Herr mittleren Alters strahlt in die Kamera. Er trägt ein rot-markiertes Hemd. Er hat blaue Augen und dünklere Haare.
  • Ein Herr mittleren Alters grinst in die Kamera. Er ist dunkelhäutig und hat dunkle Augen und dunkle Haare.
Robert Allgäuer, Standortleiter

"Heuer haben bereits mehr als 350 junge Menschen in Vorarlberg ihre Lehre abgebrochen. 500 Jugendliche machen nach der Pflichtschule keine weitere Ausbildung. Da sind Einrichtungen, wie die Startbahn ein sehr wertvolles und niederschwelliges Angebot. Uns zeichnet der unkomplizierte Zugang zum Thema Arbeit aus.

Der Einstieg ist jederzeit möglich. 'Sofort Arbeiten – sofort Geld verdienen', lautet dabei das Motto. Wir fördern die Jugendlichen und bereiten sie auf ihre berufliche Zukunft vor. Das gibt ihnen Selbstwert und Perspektiven. Das Hauptziel ist dabei immer die Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt, beziehungsweise in eine weiterführende Schule oder Lehre."


Susanne Fritz, Diplom-Sozialarbeiterin

Diplom-Sozialarbeiterin Susanne Fritz hat für die Jugendlichen stets ein offenes Ohr. Ihr Job ist neben der Sozialarbeit auch das Jobcoaching. Sie gibt Bewerbungstrainings und hilft den jungen Menschen, ihre beruflichen Ziele zu verwirklichen.

„Es gilt einen guten Boden zu schaffen für weitere Schritte ins Berufsleben“, erzählt sie dabei aus ihrem Alltag. Das heißt in erster Linie, die Stärken der Mädchen und Burschen hervorzuheben, ihre Anliegen zu hören, sie bei der Suche nach Schnupper-Lehrstellen zu unterstützen oder sie dazu zu motivieren, den Mittelschul-Abschluss nachzuholen. Besonders schöne Momente sind für sie, wenn Jugendliche ihre Ziele erreichen konnten. „Dann gehen sie gefühlt einen Kopf größer und gestärkt aus dem Haus. Es freut mich, wenn ich gemeinsam mit und für die jungen Menschen etwas bewegen kann.“