Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

start2work: erfolgreiche Arbeitsmarkt-Integration für Flüchtlinge

05.07.16 / 16:14

Die erfolgreiche Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist eine wichtige und nachhaltige Dimension, damit  bleibeberechtigte Flüchtlinge nach positivem Abschluss des Asylverfahrens sich in ihrer neuen Heimat gut integrieren können. Das Projekt start2work, das über den europäischen Sozialfond, das Land Vorarlberg und die Caritas finanziert wird, bietet dazu die Werkzeuge. In diesem Jahr werden 400 Flüchtlinge auf dem Weg ins Arbeitsleben begleitet. Die Zwischenbilanz nach sechs Monaten ist sehr positiv.

Hohe Motivation bei Flüchtlingen

Die Erfahrungen, die bislang gemacht wurden, zeigen die hohe Motivation der TeilnehmerInnen. Insgesamt 186 Männer und 19 Frauen profitierten in den ersten sechs Monaten von den angebotenen Deutschkursen, Coachings, Praktika und vielem mehr. Voraussetzung für eine den Berufskenntnissen entsprechende Eingliederung in den Arbeitsmarkt ist das rasche Erlernen und Vertiefen der deutschen Sprache.

Was sich nach diesen ersten sechs Monaten Projekterfahrung zeigt: „Die Flüchtlinge strengen sich enorm an, um sich möglichst schnell und gut am Arbeitsmarkt integrieren zu können. Erfahrungsgemäß bringen die Frauen und Männer eine hohe Motivation mit, sich mit ihren Fähigkeiten einzubringen. Wichtig ist es, die Flüchtlinge so früh wie möglich zu fördern.  Längere Phasen der Arbeitslosigkeit tun keinem Menschen gut“, fasst Karoline Mätzler, Fachbereichsleitung Arbeit & Qualifizierung der Caritas, die Stimmung bei den Teilnehmenden zusammen.

Erfolgreiche Vermittlungsquote

Von den 67 Personen, die das Gruppen-, bzw. Einzelcoaching abgeschlossen haben und ihre Kompetenzen bereits am Arbeitsmarkt erprobt haben, wurden 44 in fixe Arbeitsverhältnisse vermittelt. Mit 66 Prozent liegt dies deutlich über der für das Projekt vorgegebenen Zielsetzung. „Mit dem aktuellen Zwischenergebnis sowohl bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, als auch bei den Vermittlungsergebnissen sind wir bis Jahresende voll auf Kurs“, so Karoline Mätzler zu den ersten vielversprechenden Zwischenergebnissen.

Klein- und Mittelbetriebe bislang Hauptpartner

„Auf Seite der Unternehmen ist speziell im KMU-Bereich eine hohe Bereitschaft für die Integration von geflüchteten Menschen spürbar“, zieht Karoline Mätzler auch hier eine sehr positive Bilanz. Die Unternehmen würden bei Anfragen meist offen und flexibel reagieren und damit den Einstieg für Flüchtlinge erleichtern. Auch wenn die Lage für alle Arbeitsuchenden am Arbeitsmarkt nicht einfach ist, fänden sich laufend offene Stellen, für die motivierte MitarbeiterInnen gesucht würden, so Karoline Mätzler.

Drei Säulen von start2work

Neben der Motivation von Flüchtlingen und Unternehmen braucht es in dieser Integrationsphase eine entsprechende Begleitstruktur, um den oftmals sehr anspruchsvollen Lernweg erfolgreich gehen zu können.

Das Angebot von start2work baut auf drei Säulen auf:

  1. einem acht- bis zwölfwöchigen A2-Deutschkurs,
  2. einem elfwöchigen Kurs mit Gruppen- und Einzelcoachings
  3. sowie Arbeitspraktika.

Eine weitere Unterstützung sind Karrierecoachings für jene, die bereits eine geeignete berufliche Qualifikationen mitbringen und beispielsweise Hilfe bei der Bewertung ihrer mitgebrachten Zeugnisse  brauchen. Das Angebot von start2work ist modular aufgebaut, sodass die TeilnehmerInnen vom Team maßgeschneidert unterstützt werden können.

 

Caritas fordert, Talente nicht brachliegen zu lassen

Trotz der positiven Ergebnisse mit den gesetzten Maßnahmen im Land, gibt es weiterhin Themenfelder, die noch eine gute Lösung erfordern. Caritasdirektor Walter Schmolly deponiert deshalb auch eine Forderung, um Talente und Fachkompetenzen von Flüchtlingen der Wirtschaft besser zugänglich zu machen und die Integration am Arbeitsmarkt zu erleichtern: Gut qualifizierte AsylwerberInnen, für die es unbesetzte Fachstellen auf dem Arbeitsmarkt geben würde, sollen Unternehmen rascher zur Verfügung stehen. Daher sollten sie, so Caritasdirektor Schmolly, „Bei Bedarf und Eignung ab dem siebten Monat ihres Asylverfahrens eine Arbeit aufnehmen können und nicht erst nach einem positivem Asylbescheid“. Die Landesregierung sollte hier ihren Einfluss auf der Bundesebene geltend machen, um den Weg dafür eine rechtliche Grundlage zu schaffen


Fakten start2work

  • Zielgruppe: bleibeberechtigte Flüchtlinge ab 19 Jahren, die keine Arbeitsstelle haben (erforderliche Deutschkenntnisse: Mindestens A1)
  • Geplant sind für 2016 & 2017 jeweils 400 Flüchtlinge mit Arbeitsclearing, Case-Management und Deutschkursen zu unterstützen.
  • Nach sechs Monaten wurden insgesamt 205 Personen ins Programm aufgenommen und hinsichtlich ihrer Bildung, ihrer beruflichen Qualifikationen und ihrer Deutschkenntnisse abgeklärt. Davon nehmen 59 Personen an Gruppencoachings, 43 Personen an Einzelcoachings und 108 Personen an Deutschkursen zur Vorbereitung auf die Arbeitsaufnahme teil oder haben eine oder mehrere auf sie zugeschnittenen Maßnahmen bereits erfolgreich absolviert.
  • 60% der TeilnehmerInnen kommen aus Syrien
  • 90% der Teilnehmenden bringen Praxis aus mindestens einem Beruf mit
  • Die Integrationsmaßnahme start2work wird finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, Land Vorarlberg und der Caritas Vorarlberg

 

Beispiel gelungene Arbeitsintegration durch start2work:: „Ein Gewinn für unser Unternehmen“