Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Beispiel gelungene Arbeitsintegration durch start2work:: „Ein Gewinn für unser Unternehmen“

07.07.16 / 08:48

Die Rankweiler Druckerei Thurnher gibt schon seit rund zwei Jahren Konventionsflüchtlingen die Chance, durch Arbeitstrainings im Unternehmen Fuß zu fassen. „Gerade die beiden Mitarbeiter aus Syrien und dem Iran, die wir momentan beschäftigen, sind ein großer Gewinn für unserer Unternehmen“, bestätigt Geschäftsführer Johannes Thurnher.

Mohammed Ali Jaffari stammt ursprünglich aus dem Iran. Seit vier Jahren lebt er mit seiner Frau zwischenzeitlich in Österreich, seit zwei Jahren in Vorarlberg. Momentan absolviert er über „start2work“ ein Praktikum im Bereich der Endverarbeitung von Broschüren in der Druckerei Thurnher.

Finanziert wird diese Integrationsmaßnahme aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, dem Land Vorarlberg und der Caritas. Geschäftsführer Johannes Thurnher ist voll des Lobes für seinen Mitarbeiter, aber auch für seinen syrischen Arbeitskollegen Hani Farmann: „Sie sind sehr freundlich, fleißig und arbeiten genau. Ich habe zwei hervorragende Mitarbeiter bekommen und hoffe, dass sie lange im Unternehmen bleiben.“

Der Firmenchef bedauert, dass die beiden qualifizierten Mitarbeiter in seinem Betrieb momentan noch keine Aufstiegschancen haben: „Die beiden sprechen zwar schon ganz passabel deutsch, um sie durch Schulungen weiter zu qualifizieren, müssen sie ihre Deutsch-Kenntnisse noch verbessern.“ Das geschieht ein Stück weit auch im Arbeitsalltag durch eine gute Integration im Team der insgesamt rund 50 MitarbeiterInnen des Unternehmens.

Johannes Thurnher hat schon in der Vergangenheit in seinem Betrieb mehreren Konventionsflüchtlingen die Chance zu arbeiten gegeben. Eine soziale Einstellung sei sowohl im Unternehmen, als auch in seiner Familie tief verankert. Trotzdem sieht er die Arbeitsintegration nach eigenen Aussagen „nicht blauäugig“: „Selbstverständlich kann es die eine oder andere Herausforderung geben. Aber auch aus Firmensicht sind die beiden Mitarbeiter ein großer Gewinn, decken sie doch Tätigkeitsbereiche ab, für die wir lange nach geeigneten Mitarbeitern suchten. Ich bin generell überzeugt, dass Vorarlbergs Wirtschaft durch motivierte Zuwanderer profitiert.“

Auch Mohammed Ali Jaffari fühlt sich am vorläufigen Ziel angekommen. „Ich fühle mich sehr wohl in Vorarlberg. Mein einziger Wunsch wäre, dass wir eine größere Wohnung im Raum Feldkirch bis Dornbirn bekommen.“ Denn bei der Familie Jaffari hat sich Nachwuchs angekündigt, Ende des Jahres wird das Baby voraussichtlich geboren. „Dann ist unser Glück perfekt“, strahlt Mohammed Ali Jaffari übers ganze Gesicht.