Zehn Menschen - verschiedenen Alters, Herkunft und Geschlecht stehen nebeneinander und geben sich die Hand.

Trotz Rekordbeschäftigung mehr arbeitslose Menschen Ü50 denn je

04.10.16 / 08:51

carla thematisiert: Sind wir künftig zu alt für den Arbeitsmarkt?


Bregenz/Götzis. Über 50-Jährige, die arbeitslos werden, zählen zu den am stärksten benachteiligten Gruppen am Arbeitsmarkt. Vor einem Jahr haben die Caritas Vorarlberg und das Zukunftsinstitut mit dem ersten „Trend Report – Arbeitsmarkt Vorarlberg“ die Arbeitsmarktsituation daraufhin beleuchtet.

Das Resümee nach einem Jahr: Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigung der über 50-jährigen arbeitslosen Menschen werden von AMS und Land gesetzt. Best Practice Beispiele zeigen das Potenzial der Beschäftigung von Mitarbeitern über 50. Es bedarf aber weiterhin großer Anstrengungen, um die Chancen von Frauen und Männern ab 50 am Arbeitsmarkt zu verbessern.

Wer über 50 Jahre alt ist und arbeitslos wird, hat es nicht leicht am Arbeitsmarkt. AMS-Zahlen belegen, dass die Zahl der Frauen und Männer ohne Arbeit von 2012 auf 2015 um knapp ein Drittel stieg. Davon ist jeder Achte länger als ein Jahr beim Arbeitsmarktservice vorgemerkt. AMS und Land Vorarlberg reagierten mit zahlreichen Maßnahmen, die die Beschäftigung von älteren arbeitssuchenden Menschen fördern.

Dass die Zahl der älteren Arbeitssuchenden steigt, zeigt sich auch in der täglichen Arbeit der Caritas. Gemeinsam mit dem Zukunftsinstitut wurden aus diesem Grund die Auswirkungen der gesellschaftlichen Megatrends auf den Arbeitsmarkt im „Trend Report Arbeitsmarkt Vorarlberg“ im Herbst 2015 näher beleuchtet. Im Licht des demografischen Wandels und der Alterung der Gesellschaft wird es für Gesellschaft und Wirtschaft zum Erfolgsfaktor, die Potenziale aller – auch älterer Arbeitnehmer – zu nutzen. „Langfristig gesehen werden wir es uns nicht leisten können, die Erfahrungen und Fähigkeiten älterer Arbeitskräfte ungenutzt zu lassen. Unternehmen die jetzt schon diverse Teams einsetzen, haben einen Wettbewerbsvorteil. Altersgemischte Teams sind nachweislich deutlich leistungsstärker“, erklärt Karoline Mätzler, Fachbereichsleiterin Arbeit & Qualifizierung der Caritas Vorarlberg.

Zwar verweist die Arbeitsmarktstatistik darauf, dass im Zeitraum 2012 bis 2015 die Zahl der Arbeitsaufnahmen um 26 Prozent zunahm. Angesichts der weiterhin steigenden Zahl der von Arbeitslosigkeit Betroffenen bleibt aber noch viel zu tun.

Best Practices

Es gibt immer mehr Unternehmen, die das Potential der sogenannten „Silver Potentials“ nutzen:

Die Mangold Bäckerei, die MH Gastronomie und das Küchenstudio Erath arbeiten beispielsweise eng mit der Caritas Vorarlberg zusammen und integrieren ältere Arbeitskräfte im Unternehmen. „Wir sind immer auf der Suche nach motivierten Leuten und arbeiten schon länger mit der carla Personalvermittlung zusammen. Vor allem schauen wir bei der Zusammensetzung der Teams darauf, dass jüngere und ältere Menschen zusammenarbeiten: Ältere bringen Beständigkeit und Erfahrung mit, die Jüngeren frischen Wind“, gibt Monika Haag, geschäftsführende Gesellschafterin der Bäckerei Mangold, in ihre Recruitingstrategie Einblick.

Günther Erath, Geschäftsführer von Erath Küchen, achtet bei der Personalsuche nicht auf den Lebenslauf, sondern auf den Menschen. So fand er über die carla Personalvermittlung zu seinem neuen Filialleiter für den Lustenauer Standort. „Kunibert arbeitet seit Juni 2016 bei mir. Bevor er wegen eines Bandscheibenvorfalls arbeitslos wurde, war der 54-Jährige jahrzehntelang Tischler. Er hat das nötige Know-how, ist hilfsbereit, fleißig und ehrlich und hat einen sehr guten Umgang mit Kunden.“

Von der Mitarbeiterin der carla Personalvermittlung wurde Mike Häfele, Geschäftsführer von MH Gastronomie, angesprochen, als er für die Sommersaison im Freibad Rheinauen neue Mitarbeiter suchte. „Meine Erwartungen waren nicht anders als bei anderen Mitarbeitern, als mir die carla Personalvermittlung Koura vorstellte. Nach einem Probetag habe ich sie angestellt. Sie hat sich wunderbar ins Team integriert und wir könnten es uns ohne Koura gar nicht mehr vorstellen“, fasst Mike Häfele zusammen.

Gesellschaft sensibilisieren – Umdenken notwendig

Unsere Aufgabe ist, Gesellschaft und Arbeitgeber für das Thema zu sensibilisieren. Dazu haben wir 2015 den ersten „Trend Report – Arbeitsmarkt Vorarlberg“ veröffentlicht und in diesem Jahr wollen wir zeigen, welche Best Practices es bereits gibt. Eines unserer Ziele ist es, Arbeitgeber auf die Gruppe älterer Arbeitssuchender und Möglichkeiten des Personalrecruitings aufmerksam zu machen“, so Karoline Mätzler.

Die Caritas Vorarlberg unterstützt und informiert mit ihrer Personalvermittlung sowohl potentielle Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber. „Wir sehen täglich, wie viele motivierte Personen als ‚zu alt‘ für den Arbeitsmarkt gelten. Wir vermitteln zwischen diesen Menschen und potentiellen, neuen Arbeitgebern. So entsteht eine Win-Win-Situation für beide Seiten“, fasst Karoline Mätzler zusammen und fügt hinzu: „Gerade der demografische Wandel schafft neue Realitäten, die auch Chancen im Umgang mit Arbeit und Arbeitslosigkeit bedeuten. Dafür bedarf es, das bestehende Bild von Alter und Arbeit neu zu justieren.“

 


carla Vorarlberg
carla Vorarlberg ist ein Projekt der Caritas Vorarlberg. carla qualifiziert und vermittelt am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen, wie beispielsweise langzeitbeschäftigungslose Menschen (länger als zwölf Monate arbeitslos), Ältere (50+ Jahre alt), Flüchtlinge oder Jugendliche mit niedrigem Bildungsabschluss, für und in den ersten Arbeitsmarkt.

carla ist neben der Arbeitsintegration von am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen der soziale Partner in Vorarlberg im Bereich Sammlung und Verkauf von gut erhaltenen Second Hand Waren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

Weitere Informationen:
Caritas Vorarlberg
Fachbereich Arbeit & Qualifizierung
Karoline Mätzler
Am Garnmarkt 3
6840 Götzis
T 05522 200-1530
Karoline.Maetzler(at)caritas.at

Pressekontakt:
ikp Vorarlberg GmbH
Eva Deschler-Einwaller
Gütlestraße 7a
6850 Dornbirn
T 05572 398811
eva.einwaller(at)ikp.at

carla Best Practices

Es gibt immer mehr Unternehmen, die das Potential der sogenannten „Silver Potentials“ nutzen.

Die Mangold Bäckerei und das Küchenstudio Erath arbeiten beispielsweise eng mit der Caritas Vorarlberg zusammen und integrieren ältere Arbeitskräfte im Unternehmen. „Wir sind immer auf der Suche nach motivierten Leuten und arbeiten schon länger mit der carla Personalvermittlung zusammen. Vor allem schauen wir bei der Zusammensetzung der Teams darauf, dass jüngere und ältere Menschen zusammenarbeiten: Ältere bringen Beständigkeit und Erfahrung mit, die Jüngeren frischen Wind“, gibt Monika Haag, geschäftsführende Gesellschafterin der Bäckerei Mangold, in ihre Recruitingstrategie Einblick.

 

Auch Mike Häfele, Geschäftsführer von MH Gastronomie, wurde von der Mitarbeiterin der carla Personalvermittlung angesprochen, als er für die Sommersaison im Freibad Rheinauen neue Mitarbeiter/innen suchte.