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carla Vorarlberg Bilanz 2016: 90 % der Kleiderspenden weiterverwendet – 12.000 Tonnen CO2-Emmissionen und 20 Milliarden Liter Wasser eingespart

29.03.17 / 12:01

Mit der carla-Bilanz 2016 wird ersichtlich, dass Wiederverwertung auf sozialer und ökologischer Ebene sinnvoll ist:

Gemäß dem Auftrag „ReUse, ReDuce, ReCycle – Schenk mir ein zweites Leben“ sammelten die sozialen carla-Unternehmen der Caritas im Geschäftsjahr 2016 rund 3500 Tonnen Gebrauchtwaren. 90 Prozent der Kleiderspenden, 70 Prozent der gesammelten Möbel und 50 Prozent der gesammelten Elektrogeräte führte carla der Weiterverwendung zu und beschäftigte befristet 255 Personen.

 

„Mit unserem Auftrag 'ReUse, ReDuce, ReCycle – Schenk mir ein zweites Leben' ist es uns auch 2016 wieder gelungen, einen wesentlichen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft zu leisten. 3.278 Tonnen Kleider, 205 Tonnen Möbel und 27 Tonnen Elektrogeräte konnten wir 2016 zur Wiederverwendung und -verwertung sammeln – im Bereich Kleidung dürfen wir uns über einen weiteren Anstieg von rund 35 Tonnen im Vorjahresvergleich freuen“, erläutert Karoline Mätzler, Fachbereichsleiterin für Arbeit und Qualifizierung der Caritas Vorarlberg, und ergänzt: „Bei den Kleidern sind 63 Prozent direkt noch tragbar, insgesamt 87 Prozent können weiterverwendet werden. Stark verschmutzte oder löchrige Kleidung findet beispielsweise als Putzlappen oder Isolationsmaterial Verwendung, das machte 2016 24 Prozent aus. 10 Prozent der gesammelten Kleidung musste als Textilmüll und 3 Prozent als Restmüll entsorgt werden. Mit unserer Gesamtsammelleistung gelingt es, jährlich knapp 12.000 Tonnen CO2-Emmissionen sowie 20 Milliarden Liter Wasser einzusparen.“

Reichlich Potenzial gibt es laut Karoline Mätzler hingegen bei den Sammelzahlen zu den Elektroaltgeräten. Im Jahr 2016 wurden Elektroaltgeräte aus 42 Gemeinden angeliefert. Die Gemeinden bieten Sammelstrukturen in Form von eigenen Behältern am Bauhof oder führen punktuelle Sammlungen durch. „Insgesamt konnten wir 4,5 Tonnen wiederverwendbare Elektrogeräte aus den Gemeinden entgegennehmen – der Zielwert für Vorarlberg liegt allerdings bei 33 Tonnen. Da ist noch viel Luft nach oben und wir appellieren an die Bevölkerung, ihre `reUse´-fähigen Geräte beim Bauhof abzugeben“, unterstreicht Mätzler die Bedeutung dieser Maßnahmen.

Mit dem Sammeln und Wiederverwerten unterstützt carla die Gemeinden beim Erreichen der vorgegebenen EU-Abfallrichtlinien.

 

Stütze des Gemeinwohls und Entlastung des Sozialsystems

Seit bereits 25 Jahren trägt carla zur Stärkung des Gemeinwohls und Entlastung des Sozialsystems bei: Mit dem Bereitstellen von gebrauchten Waren wird für Mindestsicherungsbezieher eine wesentliche Erleichterung und gleichzeitig ein volkswirtschaftlicher Mehrwert geschaffen.


Im Bereich der Arbeitsbeschäftigung bieten die sozialen Unternehmen der Caritas am Arbeitsmarkt benachteiligten Menschen
einen befristeten, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz sowie Qualifizierung und professionelle Unterstützung beim Wiedereinstieg.

„Im Jahr 2016 konnten wir 255 Erwachsenen einen befristeten Arbeitsplatz in den sozialen Unternehmen carla verschaffen – wobei der Frauenanteil bei rund 68 Prozent lag. Im Bereich der Jugendbeschäftigungs-projekte konnten 94 Jugendliche in der Startbahn in Feldkirch und Bludenz beschäftigt werden. Rund die Hälfte davon konnte in einen fixen Arbeits- oder Ausbildungsplatz vermittelt werden“, resümiert Karoline Mätzler.

 

Start2work und bewusstseinsbildende Maßnahmen

Seit 2015 bietet carla auch Hilfe im Bereich Arbeitsmarktintegration für bleibeberechtigte Flüchtlinge. Im Rahmen des Projekts start2work hat das Unternehmen der Caritas 392 Arbeitsclearings und Kompetenzchecks durchgeführt. „Erfreulicherweise fanden 61 Prozent der Absolvent/innen von Coachings einen Arbeitsplatz oder nahmen eine weiterführende Ausbildung an. Wichtig ist für unsere gesamte Tätigkeit auch ein Bewusstsein zu schaffen, weshalb wir Exkursionsgruppen und Kooperationen jederzeit willkommen heißen. 2016 durften wir in unseren diversen Projekten 49 Exkursionen mit über 370 Teilnehmer/innen begrüßen, darunter Schulklassen oder auch Expert/innen aus den Bereichen Arbeitsmarkt oder Abfallwirtschaft. Und mit insgesamt 16 Kooperationen im vergangenen Jahr freuen wir uns, der Öffentlichkeit einen Einblick gewähren zu können, wie bedeutend und weitreichend die Möglichkeiten von Secondhand sind“, so Karoline Mätzler abschließend.

 

Factbox carla Vorarlberg – Geschäftsjahr 2016:

  • Gesamtsammelmenge Gebrauchtwaren: 3.500 Tonnen
  • Sammelmenge Kleider: 3.300 Tonnen, rund 87 % der Kleiderspenden werden weiterverwendet
  • Sammelmenge Möbel: 200 Tonnen
  • Sammelmenge Elektroaltgeräte: 4,5 Tonnen
  • carla-Shop-Kundinnen: 82.000
  • Beschäftigung/Arbeitsmarktintegration:255 Personen hatten befristete Arbeitsplätze bei carla oder waren über andere arbeitsmarkt-politische Maßnahmen bei carla beschäftigt.
  • 94 Jugendliche haben im Rahmen von Jugendprojekten 200 Kundenaufträge bearbeitet, 46 % der Jugendlichen haben im Anschluss einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz gefunden

 

carla Vorarlberg

carla qualifiziert und vermittelt langzeitarbeitslose Menschen für und in den ersten Arbeitsmarkt. carla ist der soziale Partner in Vorarlberg im Bereich Sammlung und Verkauf von gut erhaltenen Second Hand Waren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

 

Weitere Informationen:

Caritas Vorarlberg
Fachbereich Arbeit & Qualifizierung

Karoline Mätzler

Am Garnmarkt 3
, 6840 Götzis
T: 05522 200-1530
karoline.maetzler(at)caritas.at

 

Pressekontakt:

ikp Vorarlberg GmbH
Eva Deschler-Einwaller

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T: 05572 398811-25
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