Im carla Tex Kleidersortierwerk wird größte Sorgfalt auf eine gute Sortierqualität gelegt. Bis zu 280 Kategorien werden hier sortiert und zielgerichtet nur an zertifizierte Händler weitergegeben die einen sinnvollen Wiederverwendungszweck garantieren.

Altkleidertracking zeigt Handlungsbedarf in Österreich

 

Der von Greenpeace mit einem Experiment aufgezeigte Mangel an Sortiereinrichtungen in Österreich trifft auf das Sammel- und Sortiersystem von Gebrauchtkleidung in Vorarlberg nicht zu.

„Wir haben mit der carla Tex das einzige Kleidersortierwerk mit einer Vollsortierung in Österreich. Hier werden die Textilien und Schuhe hinsichtlich Verwendbarkeit nach über 200 Kriterien geprüft und sortiert. Das schafft eine hohe Garantie für den weiteren Verwendungsweg“, so Karoline Mätzler, die heute mehreren Medienvertreter*innen das carla Tex Kleidersortierwerk präsentieren und auf Fragen eingehen konnte.

Was hatte Greenpeace genau getestet?

Durch das Investigativ-Team um Leiter Stefan Stadler wurden in 20 verschiedene Kleidungsstücken bzw. Schuhen Tracker eingenäht. Bei der Auswahl der Abgabestellen der Gebrauchtkleidung wurde laut Stadler besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass es bei den Sammlungen um große Unternehmen geht, die nicht unmittelbar das Ziel haben, Kleidung direkt an Bedürftige zu spenden. Aus diesem

Grund wurde auch kein Caritas-Sammelcontainer bzw. Abgabestelle in Österreich dafür ausgewählt. Mit Hilfe dieser digitalen Ortung konnte die Reise der Kleidungsstücke über viele Monate verfolgt werden. Die Reiserouten der Kleidungsstücke sind zum Teil wirklich abenteuerlich und können unter folgendem Link nachgelesen werden. https://drive.google.com/file/d/1qS_wd6TZnDUTLNXuxqqzOFp9BUK-3P2I/view

Was „Sache“ ist: EU gibt klare Regeln vor

Eine seit heuer gültige EU-Vorgabe verpflichtet alle Mitgliedsstaaten, eine getrennte Erfassung von Alttextilien zu gewährleisten. „Die EU-Vorgaben sind klar und gehen gezielt auf das Problem ein. Was fehlt sind einige Umsetzungsschritte auf nationaler Ebene“, so Karoline Mätzler. Für Vorarlberg bedeutet dies jedoch keine Änderung. Vorarlberg gilt bundesweit als Best Practice bei der Verwertung von Gebrauchttextilien. In Kooperation mit dem Vorarlberger Gemeindeverband sorgt die Caritas bereits seit vielen Jahrzehnten für eine flächendeckende Textilsammlung zum Zweck der Wiederverwendung („Re-Use“). „Das Modell könnte auf Österreich ausgerollt werden. Interesse bei Entscheidungsträgern ist vorhanden, die Gespräche dafür am Beginn. Wir hoffen auf den politischen Willen, dies auch rasch umzusetzen, denn die ökonomischen Herausforderungen sind angesichts der wachsenden Menge an Textil-Müll hoch. Der Mehraufwand für die sachgerechte Sortierung und das Entsorgen muss abgegolten werden und die Hersteller in die Verantwortung genommen werden. Dann können wir weiterhin Arbeitsplätze für am Arbeitsmarkt benachteiligte Menschen erhalten, die Umwelt schonen und Menschen in vielfältiger Weise Freude mit guter Secondhandkleidung machen“, so die Reaktion von Karoline Mätzler, Fachbereichsleitung Arbeit & Qualifizierung auf die Erkenntnisse des Experiments von Greenpace Österreich.

Zur Erinnerung: Bitte nur saubere, nicht beschädigte Textilien in den Orangen Sack packen und in die Sammelcontainer einwerfen oder gleich direkt in den carla Shops abgeben. Gut ist, was man selbst im Freundeskreis weitergeben würde, so der Tipp, ob etwas in den Orangen Sack gehört oder nicht. Alles andere gehört in den Restabfall.